Medizinische Dokumente verstehen

Wer schon mal einen etwas umfangreicheren Arztbrief in Händen gehalten hat wird es wissen – medizinische Dokumente haben eine eigene und sehr schwer verständliche Sprache die für den Laien alles andere als verständlich ist. Umgangssprachlich spricht man nicht zu Unrecht von „fachchinesisch“ wenn der nur ein Schulterzucken verursacht.

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Solange ein solches Schreiben nur für Arztkollegen untereinander gedacht ist wäre es noch nachvollziehbar. Doch auch Berichte die für den Patienten selbst erstellt wurden weisen dieses Phänomen auf. Ohne hier jetzt eine böswillige Absicht unterstellen zu wollen, doch was bringt ein Brief an jemanden, dessen Inhalt er überhaupt nicht verstehen kann? Sicherlich kann z.B. der Hausarzt befragt und um „Übersetzung“ gebeten werden. Allerings haben Ärzte eine permanente Zeitnot und meist auch nicht die Geduld derartige Dokumente auszudeutschen.

Die Tragweite einer Krankheit zum einen wie auch der von Ärzten angedachten Behandlung zum anderen sind Punkte die sowohl für den Patienten als auch ggf. den pflegenden Angehörigen verstanden werden müssen um richtige Entscheidungen treffen zu können. Leider setzt das medizinische Fachpersonal oftmals bei Laien voraus, dass Untersuchungsberichte verstanden und gedeutet werden können. Nicht selten stößt man auf „schlechte Laune“, stellt man Fragen zur Bedeutung des einen oder anderen Satzes.

Ein geschriebenes und verständliches Wort ist stets wertvoller als nur eine mündliche Auskunft. Vor allem dann, wenn man den Inhalt eines Arztbriefes zu einem späteren Zeitpunkt erneut benötigt – beispielsweise auch für ein Gerichtsverfahren.Später kann leicht behauptet werden, etwas „falsch“ verstanden zu haben.

Auch Rechtsanwälte verstehen den Inhalt nicht in vollem Umfang selbst wenn sie der Fachrichtung Medizinrecht angehörig sind. Hier ist dann eine Medizinische Übersetzung für alle Beteiligten von sehr großen Vorteil.

Bei Pflegebedürftigen steigt die Anzahl von medizinischen Dokumenten unverhältnismäßig schneller an als bei jüngeren bzw. noch gesunden Personen. Teilweise werden unter den einzelnen Berichten Bezugspunkte zu anderen Berichten hergestellt. Derartige Querverweise machen es für den Laien schier unmöglich noch den Überblick und somit die Zusammenhänge wie auch das Verständnis für die Sachlage zu bewahren.

Eine vollständige und für jedermann verständliche Sammlung aller medizinischen Berichte ist gerade auch in der Pflege – ob zuhause oder in einer Einrichtung – eine absolut unerlässliche Maßnahme.

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