Weil nicht sein kann was nicht sein darf

Es ist in viele Problembereichen unserer Gesellschaft so, dass totgeschwiegene Missstände – wie geartet sie auch immer sein mögen – nach diesem altgedienten Sprichwort „erledigt“ werden: Weil nicht sein kann was nicht sein darf“. Worüber man nicht spricht das gibt es schlichtweg nicht. Darf man es sich wirklich so leicht machen, speziell wenn es um das Wohlergehen von Hilfsbedürftigen geht?

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An anderer Stelle im Netz habe wurde kürzlich davon berichtet, dass Pflegeheime in Deutschland besser überwacht werden als Atomkraftwerke. Nur mal angenommen dem wäre tatsächlich so, dann müsste es in unserem Land mehr Super-GAU´s in diesen Anlagen geben wie es aufgedeckte Pflegemissstände in einschlägigen Einrichtungen der Altenpflege gibt.

EinspruchAbgesehen davon dass dieser Vergleich ein wenig unpassend erscheint ist es aber eher so, dass bei Problemen in Pflegeeinrichtungen gerne mal die Augen vor der Realität verschlossen werden. Anders ausgedrückt… solange es nicht gleich zu Todesfällen wie z.B. im Saarland kommt werden definitive Pflegefehler gerne mal unter den Teppich gekehrt.

Jene Dinge die nicht wirklich ans Tageslicht kommen sprich Öffentlichkeit bleiben verborgen und tragen mit dazu bei, dass die Noten für Pflegeheime ein noch schrägeres Bild ergeben.

Kritikfähigkeit von Pflegeheimen

„Weil nicht sein kann was nicht sein darf“ – dieser Satz spiegelt sich auch im Verhalten bei geäußerter Kritik gegenüber Pflegekräften wieder. Sicher ist natürlich, dass Pflegekräfte an organisatorischen Missständen (Personalmangel etc.) keine Schuld haben und selbst darunter leiden müssen. Nichts desto trotz sind Pflegekräfte zunächst die direkten Ansprechpartner wenn es Grund für Reklamationen gibt.

Da meist – wie schon erwähnt  – Zeit- und/oder Personalmangel herrscht bleibt für ein „richtiges“ Gespräch keine Chance. Im Schnellverfahren kann man nichts klären, Probleme erst recht nicht. Resultat von solchen Unterhaltungen, es wird beschwichtigt, heruntergespielt oder damit argumentiert, dass man „schauen will was sich tun lässt“. Ändern tut sich meist nichts.

Sucht man das Gespräch mit der Heimleitung bedarf es oftmals erst einen Termin, dieser ist dann zeitlich wieder begrenzt und wirkliches Gehör findet man nur selten. Wer hört schon gerne Kritik über sein „Unternehmen“.

Dann gibt es auch noch Heimleitungen deren einzige Reaktion ist

…nehmen Sie Herrn / Frau einfach raus wenn Sie nicht zufrieden sind!

Auch ein Form der Problembewältigung, wenn auch eine sehr merkwürdige. Das Schema „weil nicht sein kann was nicht sein darf“ zieht sich durch alle Ebenen eines Pflegeheims das es mit der Menschlichkeit Pflegebedürftigen gegenüber nicht so genau nimmt.

Es gibt natürlich noch andere Wege die man gehen kann wenn es zu Schwierigkeiten kommt. Darüber wird ein einem der nachfolgenden Beiträge näher eingegangen.

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